Lufft WS501 liefert Daten am Untersee

Der Untersee im Osten der Antarktis ist ein faszinierendes Gewässer, das schon seit geschätzten 100 Tausend Jahren mit Eis bedeckt ist. Er stellt daher einen perfekten Ort für meteorologische Forschungsstationen dar. Aus diesem Grund installierte das Forschungsinstitut SETI (Search for Extraterrestrial Intelligence) hier vor kurzem eine neue Wetterstation…

Nature of Antarctic

Foto-Credit: Terskov – Fotolia

Der Untersee erhielt seinen Namen von einer Deutschen Antarktika-Expedition, die zwischen 1938 und 1939 stattfand. Wie die Forscher herausfanden, sind die chemischen Eigenschaften etwas ganz Besonderes: Die Sedimente des Sees produzieren zum Beispiel mehr Methan als alle anderen natürlichen aquatischen System auf dem Planeten, die oberen 70 Meter des Seewassers haben einen hohen pH-Wert von 9,8 bis 12,1 und eine 150-prozentige Übersättigung an gelöstem Sauerstoff. Mit einer Fläche von 11,4 Quadratkilometern (4,4 Quadratmeilen), besitzt das Gewässer die größte Oberfläche eines Süßwassersees inmitten der Gruber-Berge die sich im Zentrum des sogenannten Queen-Maud-Lands befinden. Der See ist dauerhaft mit Eis bedeckt und wird teilweise durch Gletschereis gebunden.

Das SETI-Institut installierte vor kurzem eine neue Wetterstation in der Nähe des Sees, bei der auch eine Lufft WS501-UMB zum Einsatz kommt. Diese wird neben anderen Sensoren völlig selbstversorgend Daten sammeln. Die Wetterstation ist nämlich mit einer eigenen 150 AH (Solarbatterie) als Stromversorgung ausgestattet, welche die harten Wetterbedingungen aushalten sollte: Die Wassertemperatur schwankt zwischen 0,5 °C (32,9 °F) und 5 °C (41 °F) und die Eisdecke ist zwischen zwei und sechs Metern (6,6 bis 19,7 Fuß) dick.

Im Moment gibt es eine Redundanz mit einer anderen, älteren Station, die aus einer Lufft WS501 und einigen Temperatur-Feuchte-Sensoren besteht. Eine weitere Station ist geplant, aber 2014 war es aufgrund der Wetterbedingungen nicht möglich diese zu installieren. So wird dies voraussichtlich im November 2015 nachgeholt, wenn die Wetterbedingungen etwas milder sind. Die vorherrschenden Umgebungstemperaturen betragen übers Jahr verteilt zwischen -20 °C und 5 °C.

Bald werden die Daten übermittelt und es ist spannend, was diese für die Erforschung des Untersees sowie der gesamten Antarktis zum Vorschein bringen.

Über das SETI-Institut
SETI steht für Search for Extraterrestrial Intelligence und ist ein privates, gemeinnütziges Institut, das sich der wissenschaftlichen Forschung, Bildung und Öffentlichkeitsarbeit bezüglich der Suche nach außerirdischen Lebensformen widmet. Es wurde 1984 gegründet und besteht aus drei Zentren: dem SETI Forschungszentrum, das Carl-Sagan-Zentrum zur Erforschung des Lebens im Universum sowie einem Zentrum für Bildung und Öffentlichkeitsarbeit. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 130 Wissenschaftler, Lehrkräfte sowie Hilfskräfte.

Die Untersuchungen des Forschungsleiters Dale Andersen führen ihn in verschiedenste Umgebungen wie die chilenische Atacama-Wüste, in den Dauerfrost Sibiriens, zu den weltweit nördlichsten Seen und Quellen in der kanadischen Arktis sowie in die Tiefen der Polarmeere. Seine Mission ist es, das Unbekannte zu erkunden.

Das könnte Sie auch interessieren

Was der UV-Index beschreibt und wie er sich berechnen lässt

Die Sonne ist der Quell allen irdischen Lebens, aber sie kann ihm auch schaden. Insbesondere das ultraviolette (UV) Spektrum der Sonnenstrahlung gefährdet Menschen mit hellerem Hauttyp. Dieser Artikel gibt einen...
Meteorologie

Mit 70 Jahren so gefragt wie nie: DWD setzt auf Referenzsensoren von OTT HydroMet

In einem Alter, in dem Menschen üblicherweise den Ruhestand genießen, ist der Deutsche Wetterdienst so gefragt und so wichtig wie nie. Starkregen und Flutkatastrophen, Dürreperioden und Ernteausfälle, Waldbrände und Luftverschmutzung...
Meteorologie
Rampe zum Parkdeck des Migros-Verteilzentrums in Zürich.

Migros sichert Rampe gegen Glätte und spart Energie mit angepasstem Straßenwetter-System

Um sichere Fahrt auf einer Rampe zu garantieren, hat das Schweizer Unternehmen Migros eine Heizung in die Fahrbahn zum Parkdeck auf dem Dach ihres Verteilzentrums in Zürich gebaut. Frost und...
Meteorologie