Straßenwetter-Stationen: Zum Hiermessen oder zum Mitnehmen?

Straßenwettersensor MARWIS + Umfeldwettersensor = Komplette Glättemeldeanlagen auf vier Rädern – so lautet die Gleichung der sogenannten „Ice Cars“, die bereits sowohl in Deutschland als auch Südkorea unterwegs sind. Wie so etwas genau aussieht und was es alles kann, erfahren Sie hier im Blogbeitrag…

Ice Car South Korea

MARWIS, VS20 und WS500 auf „Ice Car“ in Südkorea, Foto: New Airport Highway Co., Ltd

Mit dem mobilen Straßensensor MARWIS verwandeln wir Fahrzeuge in mobile Straßenwetterstationen. Die meisten stationären Messanlagen sind zusätzlich mit Wettersensoren zur Erfassung der Umweltbedingungen ausgestattet, um alle möglichen Einflussfaktoren in Betracht zu ziehen, die sich auf die Fahrsicherheit auswirken können. Sie kommunizieren häufig mit Wechselverkehrszeichen, die im Falle von gefährlichen Straßenoberflächen-Verhältnissen das Tempolimit auf Schildern drosseln oder Warnungen schalten können.

Besonders starker Regen, starke Winde, die zu Schnee- und Sandverwehungen führen können, Nebel oder auch eine tief stehende Sonne machen Auto- und LKW-Fahrern das Leben schwer. Die erwähnten Faktoren behindern nicht nur die Sicht sondern verringern auch die Reifenhaftung, wodurch sich Bremswege gefährlich in die Länge ziehen.

Für die Ergänzung der Straßensensoren bieten sich daher besonders All-in-One Sensoren an, die alle gewünschten bzw. für den Verkehr relevanten Umweltfaktoren erfassen. Hierfür ist z.B. der Lufft WS600-UMB Wettersensor zur Messung von Temperatur, Feuchte, Luftdruck, Wind und Niederschlag passend. Möchte man diese Messungen um einen Pyranometer (Globalstrahlungssensor) ergänzen, bietet sich der Lufft WS700 an. Sollten dann auch noch Gewitterblitze erfasst werden, ist der WS800 Wettersensor die richtige Wahl. Zur Bestimmung der Sichtweite gibt es beispielsweise den VS20-UMB von Lufft.

Da diese bis vor kurzem ausschließlich stationär im Einsatz waren, stellten wir uns bald die Frage, ob sich unsere Umweltsensoren auch mobil einsetzen lassen; die Idee der „Ice Cars“ war geboren. Unser Systempartner MICKS beschäftigt sich seitdem ausgiebig damit und hat sogar schon zwei Versionen davon im Einsatz. Ein weiteres Modell ist in Südkorea unterwegs und wurde von unserem Vertriebspartner ELP konzipiert.

Die Hauptbestandteile eines der beiden in Ice Cars in Deutschland sind

  • der mobile Straßensensor MARWIS
  • ein WS301-UMB zur Messung von Temperatur, relativer Feuchte, Luftdruck und Strahlung
  • ein ANACON UMB-Analog-Transmitter
  • sowie ein NR Lite Radiometer von Kipp & Zonen zur Messung der Bestrahlungsstärke.

Im Cockpit des PKWs befindet sich ein Tablet zur Datenauswertung. Das zweite Modell besteht aus

Das dritte Fahrzeug in Südkorea ist für den New Airport Highway Co., Ltd. im Einsatz und besteht aus

  • einem MARWIS
  • einem WS500
  • einem VS20-UMB Sichtweitensensor
  • einem DGPS-Empfänger zur genauen Standort-Bestimmung
  • einem Datenlogger
  • sowie einem Apple iPad zur Anzeige der Daten in Echtzeit.

Das Unternehmen ist für die Wetter-Überwachung auf der 37km langen Schnellstraße zwischen Seoul und dem Incheon International Airport verantwortlich. Ein Teil dieser hochfrequentierten Strecke besteht aus einer großen Brücke, auf der sich invasive Straßensensoren aufgrund der nötigen Bodentiefe nicht einbauen lassen. Aber gerade Brücken sind anfällig für kritische Witterungsverhältnisse wie z.B. starke Winde, Nebel sowie Glatteis und sind daher der perfekte Einsatzort für Ice Cars.

 

TV-Beitrag über koreanisches Ice Car
 

Die Vorteile der mobilen SWIS (Straßenwetterinformationssysteme) liegen auf der Hand: Die Ice Car-Anwender können von nun an das aktuelle Straßenwetter flexibel z.B. in Form von Thermal Mapping in Echtzeit, überwachen und live auswerten. Dadurch schließen sich die Lücken zwischen stationären Anlagen: Von nun an bleibt also kein kritischer Messpunkt oder Mikroklima mehr unentdeckt, bei denen es häufiger z.B. zu Wasserfilmen, Glatteis oder Schnee als an anderen Strecken-Abschnitten kommt. Und das alles ist nun ohne aufwendige Installation und Wartung der Sensoren möglich – auch auf Brücken.

 

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