Drei Neuanfänge im Dienst des Messens – Die Lufft-Geschichte

„Bei rotem Mond und hellen Sterne, sind Gewitter gar nicht ferne“ oder „Je weißer die Schäfchen am Himmel gehen, desto länger bleibt das Wetter schön.“ Diese und andere Bauernregeln begleiten uns seit Jahrhunderten. Basieren sie auch auf Erfahrungen und Beobachtungen, sind sie in Zeiten, wo wir das Wetter zeitlich und geografisch bis ins Detail vorherbestimmen können doch überholt.

„Bei rotem Mond und hellen Sterne, sind Gewitter gar nicht ferne“ oder „Je weißer die Schäfchen am Himmel gehen, desto länger bleibt das Wetter schön.“ Diese und andere Bauernregeln begleiten uns seit Jahrhunderten. Basieren sie auch auf Erfahrungen und Beobachtungen, sind sie in Zeiten, wo wir das Wetter zeitlich und geografisch bis ins Detail vorherbestimmen können doch überholt.

Das dachte sich schon Gotthilf Lufft, als er 1881 den entscheidenden unternehmerischen Schritt wagte und die Firma „Mech. Werkstatt G. Lufft“ gründete. Fortan produzierte und verkaufte der gelernte Optikermeister Barometer. Das Prinzip war dabei so einfach wie genial. Als Messelement diente eine Membrandose aus Metal die sich, je nach Umgebungsdruck, ausdehnte und zusammenzog. Mit seinen Barometern stieß Lufft in eine Marktlücke und feierte bereits im ersten Jahr große Erfolge. Und der Erfolg blieb ihm treu. Binnen 20-Jahren avancierte Lufft zum Marktführer im Bereich der Metallbarometer, bis ein junger Kaiser plötzlich Großes vorhatte.

„Der Platz an der Sonne“

Der von Kaiser Wilhelm II geforderte „Platz an der Sonne“ entpuppte sich für Lufft als langjährige „Schlechtwetterperiode“, zumindest in wirtschaftlicher Hinsicht. Während des Krieges wurde die Produktion auf Höhenmesser für die junge Luftwaffe umgestellt. Der zivile Markt kollabierte und musste am Ende des Krieges, in einem Neuanfang, mühselig wieder aufgebaut werden. Erschwerend kam hinzu, dass Gotthilf Lufft 1921 verstarb. Sein Schwiegersohn Dr. Richard Lufft-Müller und der Prokurist Wilhelm Flor übernahmen die Geschäfte und führten Lufft in seine zweite Blüte. Neben Barometern wurde das Sortiment nun um Bimetall-Thermometer erweitert und das Unternehmen florierte erneut. Doch der nächste Krieg zeichnete sich schon ab.

Neuanfang in Ruinen

War der zweite Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg auch durch Mangel und einen erneuten Wechsel an der Unternehmensspitze erschwert, so führte die Konzentration auf Wetterwarten für Privathaushalte und metrologische Messgeräte für Industriekunden, zu einem erneuten Erfolg. Ausschlaggebend war dabei stets die hohe Präzision der Geräte, die unter Extrembedingungen immer wieder unter Beweis gestellt wurde. Die zweite Blüte des Unternehmens sollte noch dreißig Jahre andauern, bis das Lufft-Sortiment von der zunehmenden Digitalisierung eingeholt wurde. 1989, als alle Welt den Fall der Mauer feierte, schien Lufft vor eben einer solchen zu stehen. Es ging nicht weiter. Alles Welt wollte Digital, aber Lufft war mechanisch.

Die Welt ist Digital

Nachdem die Firmeneigener sich zum Verkauf entschlossen hatten, übernahmen Stefan Schöllhammer und Klaus Hirzel das Unternehmen und trimmten es auf die digitalen Anforderungen. Dabei half besonders ein Gerät, der HP 100. Der erste Elektronische Blattbenetzungsschreiber, der Obstbauern weltweit half Krankheiten bei Äpfeln, Weintraube und Bananen vorzubeugen. Im Markt profitierte das Gerät vom hervorragenden Ruf der mechanischen Vorgänger und sicherte Lufft so einen Platz in der digitalen Zukunft. Folglich gelang auch der 3. Anlauf.

So wie der Volksmund genauso heute noch gern Bauernregeln zum Wetter zitiert, heißt es bei ihm auch: „Alle Guten Dinge sind drei“. Für Lufft trifft das auf jeden Fall zu.

 

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