Professioneller Regenmesser für Nachwuchstalent

Wenn Erwachsene eine eigene Wetterstation betreiben, ist das bemerkenswert. Wenn der Betreiber aber erst 16 Jahre zählt, ist das beeindruckend. Das Engagement des jungen Nachwuchstalents wollten wir fördern! Zwei Niederschlagsmesser aus unserem Haus ergänzen seit Juli sein Messfeld im Schwarzwald. Jetzt hat uns Jan in Kempten besucht. Begleitet von seinem Vater nutzte der Schüler eines Technik-Gymnasiums die Gelegenheit zu Fachgesprächen mit „richtigen“ Entwicklern.

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Vom selbstgebauten Windmesser zur Wetterstation

Angefangen hat alles vor sechs Jahren. Damals war Jan erst zehn Jahre alt und wie sein Vater begeistert vom Flugzeug-Modellbau. Dass der Wind den selbstgebauten Fliegern schnell mal zum Verhängnis werden kann, war dem Zehnjährigen schon bald klar. „Erst prüfen, dann starten“, lautete daher seine Devise. „Um die Windrichtung zu bestimmen, haben wir Grasbüschel in die Luft geworfen“, so erzählte uns Jans Vater. Doch das war dem Sohn zu ungenau. Und so baute er sein erstes Messgerät, einen Windmesser mit hölzernem Schalenkreuz und einem Fahrradtacho zum Messen der Drehgeschwindigkeit.

Inzwischen ist Jan sechzehn Jahre und betreibt auf dem Grundstück der Familie in Schenkenzell seine eigene Wetterstation mit modernen elektronischen Messgeräten und eigener Website. Jeder kann darauf zugreifen und die aktuellen Wetterdaten des kleinen Luftkurorts im Schwarzwald abfragen.

Eine E-Mail mit Folgen

Aufmerksam wurden wir auf den jungen „Mächler“, als er im vergangenen Frühjahr per Email nach einem Ersatzteil fragte. „So erfuhren wir von Jans Hobby. Der Schüler ist mit ganzem Herzen dabei und sein erstaunliches Know-how hat uns imponiert“, berichtet Kay Zircher, der bei uns für die Systemanalyse zuständig ist. „Wir fanden, dass unsere Geräte bei ihm in guten Händen sind und rüsteten seine Station mit zwei professionellen Regenmessern auf“.

Professionelle Regenmesser für das Messfeld hinterm Haus

Für die genaue Messung der Niederschlagsmenge und -intensität steht seit Juli der kompakte OTT Pluvio2 S auf dem Messfeld im Schwarzwald. Das Gerät stammt aus einem Einsatz beim sogenannten Betatest, bei dem neu entwickelte Geräte unter Feldbedingungen auf Herz und Nieren geprüft werden. Dass der wägende Niederschlagsmesser auf 0,1 mm genau misst, beeindruckte Jan bei seinem Besuch. Dass er fast ohne Wartung auskommt, schien ihm dagegen weniger wichtig. „Ich wohne ja gleich nebenan und mache sowieso regelmäßig meinen Rundgang“, so sein Kommentar.

Dem Prinzip der Redundanz folgend, bekam Jan noch einen zweiten Niederschlagsmesser, den OTT Parsivel. Das ursprünglich als Mietgerät eingesetzte Distrometer verwendet ein optisches Messverfahren und kann neben der Menge und Intensität des Niederschlags auch ermitteln, ob es regnet, hagelt, graupelt oder schneit.

Selbst ist der Mann

Ehrensache, dass Jan die hochwertigen Messgeräte selbst installieren wollte. Nicht einmal für die Konfiguration des mitgelieferten Stationsmanagers OTT netDL 500 benötigte er Hilfe. „Erst habe ich die Bedienungsanleitung gelesen und mich dann an die Arbeit gemacht“, so sein bescheidener Kommentar. Sogar das Betonfundament für die Montage habe er gegossen, ergänzt der Vater stolz.

Motivation ist alles

Alle zehn Minuten werden die Messdaten der Wetterstation im Internet veröffentlicht. Als Mittler zwischen den unterschiedlichen Messsystemen und seinem Webserver verwendet der Nachwuchs-Ingenieur eine Übertragungseinheit (RTU) der Marke Eigenbau – was sonst? Und um Teile der benötigten Software selbst schreiben zu können, hat Jan sich auch das Programmieren beigebracht. Woher der Junge das Faible für Technik hat? Vater Michael ist Elektroniker und hat den interessierten Sohn schon früh an technische Arbeiten herangeführt. Aber was hält das Feuer am Brennen? Die Antwort des Vaters kommt spontan: „Er will eben immer alles besser machen als ich“.

Wer sich für die Wetterstation oder die Wetterdaten der Gemeinde Schenkenzell interessiert, findet sie auf Jan Hagnbergers Homepage unter www.wetter-schenkenzell.de/.

 

 

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