Problematische Prognosen: Wie das Corona-Virus Meteorologen zu schaffen macht

COVID-19 hält die Welt in Atem. Gesellschaft, Gesundheitssystem und Wirtschaft schweben seit Wochen im Ausnahmezustand. Jetzt hat das Virus sogar Einfluss auf unser Wetter – oder zumindest darauf, wie gut wir es vorhersagen können.

 

Temperatur, Luftdruck, Wind, Feuchtigkeit – viele Parameter bestimmen das Wetter. Um es möglichst genau vorhersagen zu können, nutzen Meteorologen Daten aus unterschiedlichsten Quellen. Eine davon sind Flugzeuge. Sie sind typischerweise mit einer ganzen Reihe Sensoren ausgestattet und liefern aus der Luft wertvolle Messdaten. Durch die Reisebeschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie ist der Flugverkehr jedoch drastisch zurückgegangen. Die deutsche Fluglinie Lufthansa beispielsweise hat 95 Prozent ihrer Flüge gestrichen. Kleinere Anbieter bleiben seit Mitte März gar ganz am Boden.

Im globalen Messnetz fehlen Verbindungen

Für Meteorologen fällt damit eine wichtige Datenquelle weg. 3000 Flugzeuge sind laut einer Mitteilung der Weltmeteorologie-Organisation WMO vom 1. April mit speziellen Sensoren ausgestattet, um im täglichen Flugbetrieb Wetterdaten zu sammeln und zu übertragen. Damit sind sie Teil eines die Welt umspannenden Netzwerks aus Wetterstationen, Satelliten, Wetterballons, Seebojen, Schiffen, und mehr.

 

 

                                           Globales Messnetz. Quelle: WMO

 

Qualität der Prognosen könnte leiden

Über einen kurzen Zeitraum können Meteorologen den Ausfall einer Datenquelle durch andere Beobachtungen kompensieren. Der nationale Wetterdienst der Niederlande beispielsweise gleicht die fehlenden Flugzeugmessungen mit dem Einsatz von 21 zusätzlichen Wetterballons  aus. Ähnlich verfuhr der KNMI bereits vor zehn Jahren beim Ausbruch des isländischen Vulkans Eyafjallayoküll, der dichte Aschewolken in die Atmosphäre gespuckt und den Flugverkehr über dem Atlantik damit für Wochen eingeschränkt hatte.

Noch spricht die WMO von einem überschaubaren Qualitätsverlust der Vorhersagen durch die Corona-Pandemie. Sollten die Daten aus Flugzeugmessungen jedoch über einen längeren Zeitraum ausfallen, könne die Zuverlässigkeit unserer Wetterprognosen leiden, heißt es in der oben erwähnten WMO-Mitteilung.

Dabei ist das Fehlen von Flugzeugmessungen nicht das einzige Problem. Der Deutsche Wetterdienst DWD zum Beispiel hat Ende März 750 seiner 2300 Mitarbeiter ins Home Office geschickt.

Automatische Wetterbeobachtung stärken

Mittelfristig könnte ausbleibende Wartung von Wetterstationen zum Problem werden, sagt Brad Guay, Meteorologe und Vertriebsingenieur von OTT HydroMet. „Die anhaltende COVID-19-Pandemie beeinflusst meteorologische Beobachtungen auf der ganzen Welt. Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker sind gezwungen, zu Hause zu bleiben“, sagt Guay.

Fachleute wie Guay und seine Kollegen unterstreichen die Bedeutung automatisierter Wetterbeobachtungen, um im Falle von Unwettern oder schlimmeren Ereignissen Leben, Infrastruktur und die Umwelt schützen zu können. „Unser Ziel als OTT HydroMet ist daher, Lösungen anzubieten, die kontinuierlich mit minimalem Wartungsaufwand präzise und zuverlässige Daten liefern“, sagt Guay, „selbst von den entlegensten Orten der Welt.“

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